"Kum män rin"

Die Tagesbetreuung für Senioren in Wadersloh

"Ich bin froh, dass ich hier zweimal in der Woche Gesellschaft und Abwechslung habe", sagt Marianne Kaschel. Die 81-Jährige gehört zu den regelmäßigen Besucherinnen der Tagesbetreuung "Kum män rin" in Wadersloh.
Die C.E.M.M. Caritas-Sozialstationen, die Seniorenhilfe St. Josef und die Seniorenhilfe SMMP haben das neue Angebot gemeinsam auf den Weg gebracht. Ida Knecht, Heimleiterin des Hauses Maria Regina in Wadersloh-Diestedde, erklärt: "Wir haben gesehen, dass es hier den Bedarf einer solchen Betreuung gibt. Also haben sich die drei Träger aus der Seniorenhilfe im Ort zusammengetan und dieses Angebot entwickelt."

Die Tagesbetreuung liegt in einem ehemaligen Café an der Wenkerstraße direkt am Marktplatz. "Das ist schön zentral. Deshalb bekommen wir öfter auch `mal Besuch von Leuten, die gerade einkaufen und Guten Tag sagen wollen", freut sich Luzia Möllenhoff. Die Wohnbereichsleiterin aus dem Haus St. Josef bildet zusammen mit Elfriede Faust und Monika Niehüser das Betreuungsteam in "Kum män rin".

Hier treffen sich die Senioren immer dienstags und donnerstags ab 8.30 Uhr morgens. Manche bleiben bis mittags, die meisten aber bis zum Abend um 18 Uhr. "Sonst sitze ich allein zu Hause. Mein Mann ist verstorben. Mein Sohn wohnt zwar noch mit im Haus, aber der ist auch berufstätig", sagt Marianne Kaschel. Hier habe sie endlich wieder etwas Abwechselung. Wie beim Luftballontennis. Oder beim Basteln. "Deshalb komme ich gern hierher. So schnell werden die mich nicht wieder los", lacht sie herzhaft.

Den Tagesablauf bestimmen die Senioren selbst mit: "Morgens entscheiden sie, was mittags gegessen wird. Dann kaufen wir ein, schälen Kartoffeln und putzen Gemüse", erklärt Elfriede Faust. Meist sei deftige Hausmannskost angesagt: Dicke Bohnen mit Speck, Schmorkartoffeln, Reibekuchen oder Fricko. Einzelne Komponenten können aber auch aus der Küche des Hauses Maria Regina in Diestedde bestellt werden.

Vor dem Kochen und am Nachmittag gibt es andere Beschäftigungsmöglichkeiten: "Da machen wir Gesellschaftsspiele, gymnastische Übungen oder wir lesen gemeinsam in Büchern", erklärt Luzia Möllenhoff. Die 170 Quadratmeter bieten genügend Platz, die Gruppe zu teilen. Zudem gibt es einen Ruheraum, wo die Senioren vor allem nach dem Mittagessen in gemütlichen Liegesesseln ausspannen können. Das schätzt auch Besucherin Elisabeth Westkemper: "Der Tagesablauf bleibt flexibel. Mittags kann ich mich ein bisschen ausruhen. Und dann bin ich wieder fit für die nächsten Aktivitäten."

Luzia Möllenhoff freut sich darüber, dass immer wieder Besucher kämen, die die  Tagesbetreuung ausprobierten. "Die sind alle sehr angetan. Manche scheinen allerdings noch Hemmungen zu haben, ihre Selbstständigkeit zu Hause aufzugeben. Dabei ist es ja gerade das, was wir fördern wollen." Nicht nur, weil die Besucher der Tagesbetreuung während der Öffnungszeiten von 8.30 bis 18 Uhr zum Mittun aufgefordert seien, sondern auch, weil die Abwechslung den Alltag zu Hause bereichern soll.  "Wir verstehen uns nicht als Tagespflege, sondern als Beschäftigungs- und Freizeitangebot für Senioren", betont Luzia Möllenhoff. Wichtig ist den Betreibern allerdings, dass die pflegenden Angehörigen auf diese Weise Entlastung erfahren. "Über die Pflegekassen lassen sich deshalb bis zu 1.510 € der Kosten pro Jahr abrechnen. Viele wissen das gar nicht", so die Altenpflegerin.

Weitere Informationen zu der Betreuung, den Kosten und den Finanzierungsmöglichkeiten gibt Andreas Wedeking unter Tel. 02523 9202-0.